Vormundschaft für umF
Die Ankunft sehr vieler unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter in den Jahren 2015-2016 hat das Vormundschaftssystem quasi über Nacht reformiert: Ehrenamtliche für Jugendliche wurden gesucht und gefunden und viele Wege der Zusammenarbeit wurden notgedrungen auf kreative und vielfältige Art und Weise ausprobiert. In dieser Zeit sind einige sehr kompetente Träger entstanden, die sich der Aufgabe auch weiterhin widmen, und die wertvolle Erfahrungen und Materialien entwickelt haben, die die Kinder- und Jugendhilfe auch künftig bereithalten sollte.
Wissen und Erfahrungen lassen sich vervielfältigen!

Anregungen für Fachkräfte
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Artikel: Fritsche, Miriam: "Ehrenamtliche Vormundschaften für junge Geflüchtete. Befunde aus einem Praxisforschungsprojekt" (2018)
Eine Umschau auf die wesentlichen Aspekte bei der Suche nach ehrenamtlichen Vormund*innen für umF, gespeist aus einem mehrjährigen Praxisforschungsprojekt des Kompetenzzentrum Pflegekinder (2016-2019).
Praxisheft "Ehrenamtliche Vormund*innen von jungen Geflüchteten berichten" (2020)
Viele Anregungen aus Gesprächen mit Vormund*innen und jungen Geflüchteten mit sehr konkreten Hinweisen auf die Bedürfnisse der Vormund*innen und die Themen, über die sie Informiert sein wollen.
Praxisheft: "Ehrenamtliche Vormundschaft qualifizieren" (2019)
Eine Arbeitshilfe in neun praktischen Schritten – Vom Sondieren übers Planen hin zur Umsetzung von ehrenamtlichen Vormundschaften in der Pflegekinderhilfe. Zum Suchen und Finden Ehrenamtlicher siehe vor allem die Schritte 1-3 (S. 6-13).
Beispiel für gute Praxis: Kooperationsprojekt ProCura Kids Bremen
ProCura Kids ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Bremen e.V. mit dem Amt für Soziale Dienste Bremen zur „Gewinnung von Ehrenamtlichen für Einzelvormundschaften“ für Kinder und Jugendliche. Einblick bietet der Artikel von Miriam Fritsche/Antje Krueger e. a.: „Förderung ehrenamtlicher Vormundschaften am Beispiel des Projekt proCuraKids in Bremen“ (2017), in ZKJ, 3/2017; S. 90-96.
Beispiel eines Trägerverbundes: Berliner Netzwerk Vormundschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Berlin
In Berlin haben sich drei Träger zusammengeschlossen – der Vormundschaftsverein des Caritasverbands für das Erzbistum Berlin e.V., XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. / AKINDA – Berliner Netzwerk Einzelvormundschaften sowie das Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. / Cura Vormundschaftsverein. Der Trägerverbund hat den Fokus auf unbegleitete minderjährige Geflüchtete gelegt, bietet aber auch Hinweisen zu Aufgaben von, Erwartungen an und Kooperationsgefüge um ehrenamtliche Vormund*innen. Zum Download steht eine Infobroschüre über das Netzwerk bereit.